„Frühlingserwachen“ – Sonntagsspaziergang am Noor am 29. März 2026
„ … Der Himmel lacht, der große Knospensäer
und auf den Feldern klingen Osterpsalter.“
Mit diesen beiden Zeilen (aus einem Gedicht) von Detlev von Liliencron konnte ich eine freundliche Gruppe von rund 15 Teilnehmern am Eingang des UIZ bei strahlend blauem Himmel begrüßen. Kurz darauf spazieren wir los: rund eine Stunde Richtung Schnaaper Wald soll es gehen – damit alle es schaffen können, in etwa 1 ½ Stunden wieder zurück am Ausgangspunkt zu sein – „bis zu der Bank, an der ein kleines Blümchen blüht“.
Wir schauen und entdecken miteinander, was jetzt gerade zu neuem Leben erwacht; mit besonderem Blick auf die Wildkräuter. Dabei können wir uns mit scheinbar bekannten Pflanzen ein wenig mehr vertraut machen: Knoblauchrauke, Brennnessel, Giersch, Wiesenkerbel, Taubnessel, Efeu (mit seiner erstaunlichen Vielfalt der Blattformen und -farben), Brombeere, Pappel – von denen derzeit am Noorweg eine Reihe gefällt bzw. zu Habitatbäumen eingekürzt werden.
Besonders schön zu sehen ist gerade die seltene Schönheit namens Schuppenwurz, die sich als Wurzelschmarotzer von dem Saft insbesondere von Pappel, Hasel und Erle ernährt (- beschrieben von Wilhelm Lehmann in seinem „Bukolischen Tagebuch“, Eintrag vom 24. April 1930 – an dieser Stelle kurz vorgetragen).
Wie angekündigt endet unser Spaziergang bei einem kleinen Blümchen – nämlich dem duftenden Veilchen. Die kleine Bank, die an diesem Plätzchen steht, lädt dazu ein, noch einmal ein wenig Poesie erklingen zu lassen:
„Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!“
(Eduard Mörike)
Berichterstatterin: Kristina Föh